Wie funktioniert vertikutieren?

Beim Vertikutieren wird der Boden mit der Grasnarbe nur wenige Millimeter weit angeritzt, so das Moose, altes Schnittgut oder auch Kräuter und Unkräuter entfernt werden können. Somit wird beim Vertikutieren gleichzeitig der Boden belüftet. Wichtig ist aber auch, dass der Rasen vor dem Vertikutieren gemäht wurde. Gleichzeitig ist für eine ausreichende Bewässerung zu sorgen, damit die Grasnarbe nach der Behandlung wieder schnell festwachsen kann. Werden diese Tipps berücksichtigt, so kann der Rasen schon kurze Zeit nach der Behandlung wieder genutzt werden. Wichtig ist aber auch weiterhin, das mindestens einmal pro Jahr, gerne aber auch zweimal oder sogar dreimal, vertikutiert wird.

Wann sollte am besten vertikutiert werden?

Professionelle Gärtner und viele langjährige Hobbygärtner schwören auf das Vertikutieren im Frühling, denn gerade in den Monaten April und Mai ist die Regenerationsfähigkeit des Bodens besonders hoch, so dass nun jede Behandlung besonders gut anschlägt. Wie bereits erwähnt, ist es allerdings wichtig, den Rasen gerade vor dem ersten Vertikutieren im Jahr einmal zu mähen. Auch kann es nach dem ersten Vertikutieren sinnvoll sein, eine Nachsaat vorzunehmen, wenn der Rasen Lücken aufweist. Interessant ist aber auch, dass es bei diesem einmaligen Vertikutieren nicht bleiben muss. Wer also seinem Rasen etwas Gutes tun möchte, kan das Prozedere auch im Sommer oder im zeitigen Herbst nochmals wiederholen. Eventuell bietet es sich dabei aber an, die Schnitttiefe leicht zu verringern, so dass nicht so intensiv vertikutiert wird, wie beispielsweise bei der ersten Rasenbehandlung im Frühling. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn die Schnitttiefe individuell verändert werden kann. Nicht jeder Vertikutierer bietet diese Option.

Ist das Vertikutieren mit einem Lüften gleichzusetzen?

Nein, denn die beiden Vorgänge bzw. Behandlungen funktionieren nach einem vollkommen unterschiedlichen Prinzip. Während beim Vertikutieren, wie oben erklärt, die Grasnarbe des Bodens nur leicht angeritzt wird, so werden beim Lüften bzw. beim Aerifizieren, kleine Löcher in den Boden gestochen, um einen Gasaustausch zu erzielen. Dabei sind die Löcher jeweils zwischen 5 cm und 9 cm tief und besitzen einen Durchmesser von 1 bis maximal 2 cm. Ihre Präsenz fällt also auch kurz nach der Behandlung des Rasens nicht auf, während gerade nach dem Vertikutieren durchaus Sand und bzw. oder Erde auf dem Rasen sichtbar sein können. Auch dabei sollten Gartenfreunde nicht erschrecken, denn diese Erdrückstände verschwinden spätestens nach dem Wässern bzw. dem ersten Regenguss. Sie werden durch das Anritzen der Grasnarbe mit nach oben befördert, wenn beispielsweise Unkräuter aus dem Rasen entfernt werden. Wer dabei einen Vertikutierer mit Auffangsack verwendet, kann das Ergebnis nach dem Rasen vertikutieren besonders schön sehen, denn in dem Auffangsack wird sich kein Gras finden, sondern eben nur die ausgesonderten Moose, Mulch oder eben Kräuter bzw. Unkräuter.

Sollte ein spezieller Vertikutierer angeschafft werden?

Grundsätzlich teilen sich hier die Fachmeinungen, wobei aber immer auch die Häufigkeit der Verwendung im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sollten. Wenn das Vertikutieren ausschließlich auf dem heimischen Grundstück erfolgt und bei einem gepflegten Rasen nur einmal jährlich durchgeführt wird, genügt ein Rasenmäher mit Vertikutierfunktion. Ein professioneller Gartenbaubetrieb, der diesen Service für Kunden anbietet, sollte dagegen schon einen speziellen Vertikutierer besitzen.