Vertikutieren oder Lüften

Zuerst einmal sollte angemerkt werden, dass es sich beim Vertikutieren um ein intensiveres Lüften des Rasens handelt, denn immerhin wird hier die Grasnarbe angeritzt. Mulch und Moos sowie eventuell im Gras befindliche Laubreste werden so entfernt. Der Boden kann nun wieder atmen und auch Nährstoffe aufnehmen, so dass sich gerade nach dem Vertikutieren bzw. Lüften auch ein Düngen des Rasens empfiehlt. Zusätzlich empfiehlt es sich natürlich, auch für eine ausreichende Bewässerung zu sorgen, damit der Rasen eine schöne satte Farbe erhält und schön dicht nachwachsen kann. Gerade nach dem Vertikutieren oder Lüften ist aber auch der beste Zeitpunkt für eine Nachsaat, denn nun ist der Boden optimal vorbereitet und der Samen findet beste Bedingungen vor.

Bezeichnung und historischer Hintergrund des Vertikutierens?

Die Bezeichnung „vertikutieren“ leitet sich aus dem englischen Sprachgebrauch ab, wobei hier die beiden Worte „vertical“ (für vertikal oder senkrecht) und to cut (für schneiden) benutzt wurden, um das Wort „vertikutieren“ zu schaffen. Dabei wurde das Verfahren als solches im Jahre 1955 ebenfalls von Thomas Mascaro entwickelt. Dieser erfand bereits 1946 auch das Verfahren des Aerifizierens, bei dem es sich um eine reine Belüftung des Bodens oder des Rasens handelt. Das Vertikutieren ist praktisch eine weiterentwickelte und intensivere Form, denn hier wird der Boden nicht nur belüftet, sondern gleichzeitig auch gereinigt.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren oder Lüften?

Grundsätzlich empfehlen viele Gärtner oder auch Hobby-Gärtner das Vertikutieren im Frühling, denn gerade in den Monaten April oder Mai ist die Regenrationsfähigkeit des Bodens und auch des Rasens natürlich am größten. Trotzdem spricht aber auch nichts gegen ein Vertikutieren im Sommer oder gar im Herbst, denn gerade nach einem langen kalten und vor allem schneereichen Winter kann es sinnvoll sein, den Rasen noch einmal zusätzlich zu vertikutieren, um Schäden vorzubeugen. Das gleiche gilt analog, wenn der Rasen über Jahre hinweg vernachlässigt wurde. Auch dann kann es sinnvoll sein, noch einmal bis zweimal mehr zu vertikutieren, um das Gras richtig von unerwünschten Kräutern oder gar altem Schnittgut zu reinigen. Gelüftet werden kann der Rasen dagegen jederzeit, so dass hier manche Gärtner und Hobby-Gärtner sogar wöchentlich oder aller 14 Tage zum Aerator greifen.

Womit sollte vertikutiert oder gelüftet werden?

Selbstverständlich gibt es für jeden der beiden Vorgänge ein eigenes Gerät und so empfiehlt sich natürlich das Lüften des Rasens mit einem so genannten Aerator, der auch als Aerifiziergerät bezeichnet wird. Das Vertikutieren erfolgt dagegen mit einem Vertikutierer oder einem so genannten Vertikutiergerät. Wer sich allerdings einen neuen Rasenmäher kaufen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass dieser bereits die Funktionen zum Vertikutieren und Lüften enthält. Dies gilt besonders dann, wenn eine neue Ausstattung angeschafft werden muss, da man selbst Grundstückseigentümer geworden ist, denn so muss nur ein Gerät verräumt werden und nicht drei.

Welche zusätzlichen Behandlungen sind nach dem Vertikutieren oder Lüften zu empfehlen?

Auf jeden Fall sollte der Boden nach diesen Vorgängen gut gewässert werden, denn so erzielt man den größten Effekt. Zudem empfiehlt es sich, eine zusätzliche Portion Dünger zu streuen, denn dieser wird jetzt vom Rasen besonders gut aufgenommen.