Was heißt vertikutieren?

Der Ausdruck bzw. der Begriff des Vertikutierens entstammt dem englischen Sprachgebrauch und wurde dort aus den beiden Worten vertical für senkrecht und to cut für schneiden zusammengesetzt. Hier ist zudem auch eine starke Anlehnung an die eigentliche Tätigkeit gegeben, denn beim Vertikutieren wird die Grasnarbe wenige Millimeter tief angeritzt, ohne dass sie zerschnitten wird. Dabei wird mit Hilfe eines Vertikutierers oder der Vertikutierfunktion des Rasenmähers der Rasen von altem Schnittgut, Laub oder auch von Moosen und Kräutern gereinigt. Zudem ergänzt sich oftmals eine weiterführende Behandlung mit zusätzlichen Geräten und Maßnahmen, wie beispielsweise mit einem Aerator, denn auch das Rasen Vertikutieren ist natürlich kein Allheilmittel, wenn der Rasen ein Pflegedefizit aufweisen sollte.

Wann sollte vertikutiert werden?

Rasen vertikutierenViel wichtiger als die Frage: Was heißt vertikutieren?, ist also die Frage: Wann und zu welchem Zweck sollte vertikutiert werden?, denn wie bereits erwähnt, ist das Vertikutieren natürlich kein Wundermittel. Sollte der Rasen also stark verunkrautet sein oder auf Grund einer schlechten Lage sowie auf Grund von Überwässerung ein Pflegedefizit besitzen, kann sich die Bearbeitung mit dem Vertikutierer sogar als nachteilig herausstellen. Gerade einige schnell wachsende Unkräuter, wie zum Beispiel der so genannte Gundermann, werden durch das Anritzen noch zu zusätzlichem Wachstum und zu starker Vermehrung angeregt. Hier kann es sinnvoller sein, den Rasen auszubürsten und zu belüften. Zu diesem Zweck nutzt man den Aerator.

Zu welchem Zeitpunkt sollte vertikutiert werden?

Neben der Frage, wann – also bei welcher Rasenbeschaffenheit – vertikutiert werde sollte, ist auch der Zeitpunkt für eine optimale Pflege wichtig. Da der Boden gerade in den Frühlingsmonaten April oder Mai besonders regenerationsfähig ist, empfiehlt sich zu diesem Zeitpunkt auch die Arbeit mit einem Vertikutierer, denn der Rasen kann sich zu diesem Zeitpunkt besonders gut und schnell erholen. Aber auch eine Nachsaat bei eventuell vorhandenen, lichten Stellen ist jetzt sinnvoll, denn diese schlägt im Frühling besonders gut an. Wichtig ist aber immer, den Rasen vor dem Vertikutieren das erste Mal zu mähen und für eine ausreichende Bewässerung zu sorgen, wobei aber Staunässe und Überwässerung unbedingt zu vermeiden sind. Hier finden Sie eine Anleitung wie Sie richtig vertikutieren.

Kann der Vorgang wiederholt werden?

Grundsätzlich kann der Vorgang wiederholt werden, wobei dies neben der Frage: Was heißt vertikutieren?, ebenfalls eine wichtige Frage ist, auf die eingegangen werden sollte. Allerdings spielt hier auch der Abstand zwischen den einzelnen Behandlungen eine wichtige Rolle, damit das Vertikutieren nicht kontraproduktiv ist. So besagt eine Faustregel, dass bis zu dreimal jährlich vertikutiert werden kann, wobei hier natürlich auch die Lage der Rasenfläche und das aktuelle Wetter beachtet werden sollten. Immerhin darf der Boden zu keinem Zeitpunkt Trockenheit, Frost oder aber Staunässe ausgesetzt sein, denn dann wäre die Arbeit mit dem Vertikutierer nicht sinnvoll. Man geht also davon aus, das einmal im Frühling, das zweite Mal im Sommer und das dritte Mal im Herbst vertikutiert werden sollte bzw. darf, wobei zwischen den einzelnen Vertikutierungen immer 2, am besten sogar 3, Monate Zeit liegen sollten.

Zusätzliche Maßnahmen

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört beispielweise das Mähen des Rasens. Aber auch ein regelmäßiges Düngen sowie ein ausgewogenes Wässern sollte auf keinen Fall vergessen werden.